100+2 Jahre REFA: Zwei Tage voller Impulse, Perspektiven und Begegnungen

Manche Jubiläen feiert man mit einer Torte. Wir haben uns für zwei Tage voller Vorträge, Networking und einem Tischkicker-Turnier entschieden – und es hat sich gelohnt.
Der Anlass war gleich ein doppelter: Der REFA Fachverband e.V. feiert sein 100+2-jähriges Bestehen und die REFA Branchenorganisation Stahl blickt auf 75 Jahre zurück. Zwei Jubiläen, ein gemeinsames Fest, das von REFA Nordwest e.V., dem REFA Fachverband e.V. und der REFA Branchenorganisation Stahl mit tatkräftiger Unterstützung der REFA AG organisiert wurde.
Rund 100 Teilnehmer aus dem REFA-Netzwerk und der Industrie folgten unserer Einladung nach Dortmund. Veranstaltungsort war unser Tagungshaus, das erst im vergangenen Jahr umfassend modernisiert wurde und sich seither in neuem Glanz präsentiert – ein Ort, der genau für solche Anlässe gemacht ist. Zu der gelungenen Atmosphäre trugen auch die Standortleitung unseres Dortmunder Tagungshauses und ihr Team bei, die unaufdringlich, aber höchst professionell das passende Ambiente schufen und während der gesamten Veranstaltung stets den Überblick behielten – ein Umstand, der leicht übersehen wird, wenn er so gut funktioniert wie an diesem Wochenende. Für die Bewirtung sorgte an beiden Tagen das benachbarte Hotel Courtyard by Marriott Dortmund mit einem hervorragenden Catering.
Freitagabend: Begrüßung, Grillduft und ein Tischkicker-Turnier mit Ehrgeiz
Los ging es am späten Freitagnachmittag. Zur Eröffnung begrüßte Prof. Dr. Frank Janser, Vorstandsvorsitzender von REFA Nordwest e.V., die geladenen Gäste mit einer kurzen, prägnanten Ansprache und stimmte auf zwei Tage voller fachlicher Impulse und persönlicher Begegnungen ein. Auch am Samstag führte er als Moderator durch das Vortragsprogramm und stellte immer wieder die Verbindung zwischen den einzelnen Beiträgen her.
Im Anschluss stand der Abend ganz im Zeichen des Ankommens und Netzwerkens. Im Biergarten des Partnerhotels sowie vor und im Tagungshaus wurden uns gemütliche Networking-Ecken eingerichtet: Der Grill war angeheizt, die Getränke standen kalt – beste Voraussetzungen also für gute Gespräche in entspannter Atmosphäre. Und davon gab es reichlich.
Wer es etwas sportlicher mochte, konnte beim Tischkicker-Turnier antreten. An zwei Tischen wurde zunächst immer in Zweier-Teams gegeneinander angetreten, wobei der Partner bei jedem Spiel wechselte und jeder Teilnehmer für sich selbst Punkte sammelte. Die besten acht Einzelspieler qualifizierten sich für die Endrunde um attraktive Preise, wie beispielsweise eine Übernachtung im Hotel Courtyard by Marriott Dortmund. Im Duell 1-gegen-1 wurde der Turniergewinner ermittelt. Wer gerade nicht selbst am Tisch stand, nutzte die Wartezeit für weitere Gespräche mit den anderen Gästen. Mit großem Eifer und sichtbarem Ehrgeiz wurde um jeden Ball gekämpft. Am Ende blieb der erste Platz aber im Hause REFA.
Samstag: Vier Vorträge, die zum Nachdenken angeregt haben.
Am Samstag rückte der fachliche Teil in den Mittelpunkt. Vier Vorträge standen auf dem Programm, die unterschiedlicher kaum hätten sein können und gerade deshalb auf jeweils eigene Weise im Gedächtnis blieben.
Jens Loock, Arbeitsdirektor bei der Salzgitter Flachstahl GmbH, eröffnete den Tag mit seinem Vortrag „Schmelzerin 5.0 – Die Zukunft der Stahlproduktion zwischen Dekarbonisierung, Digitalisierung und demografischem Wandel“. Im Mittelpunkt stand die 3D-Strategie des Unternehmens, die Dekarbonisierung, Digitalisierung und demografischen Wandel miteinander verzahnt. Jens Loock machte deutlich, dass die technologische Transformation der Stahlproduktion nur gelingen kann, wenn die Beschäftigten durch gezielte Qualifizierung, vorausschauende Personalplanung und einen systematischen Wissenstransfer aktiv einbezogen werden. Sein Fazit blieb hängen: Auch in Zukunft wird Stahl von Menschen gemacht.
Es folgte Caner Durgut mit seinem Vortrag „Mit Kernaspekten der REFA-Methoden zum unternehmerischen Erfolg. Wertschöpfung versus Verschwendung.“ Anhand seiner eigenen unternehmerischen Stationen zeigte er, wie sich ein wesentlicher Gedanke der REFA-Methodik auf eine einfache Frage herunterbrechen lässt: Welche Tätigkeiten schaffen tatsächlich Wert und welche sind Verschwendung und sollten möglichst vermieden werden? Seine unternehmerische Laufbahn und die zahlreichen von ihm gegründeten Unternehmen verdeutlichten, wie wirkungsvoll dieses Prinzip sein kann, wenn es konsequent angewendet wird.
Nach der Pause übernahm TV-Moderator und Wissenschaftsjournalist Thomas Ranft die Bühne. Seine Keynote trug den Titel „Wenn das Klima verrückt spielt – Warum die Krise die beste Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg sein kann“. Statt beim Krisenmodus in Wirtschaft und Gesellschaft stehen zu bleiben, richtete er den Blick konsequent auf die darin liegenden Chancen. Seine Botschaft: Wer sich auf Lösungen statt ausschließlich auf Probleme konzentriert, wird zum Ermöglicher statt zum Bedenkenträger. Bekannt aus Formaten wie „Quarks“ und „alle wetter!“, präsentierte er das Thema lebendig, unterhaltsam und mit viel Energie.
Den Abschluss machte Jun.-Prof. Dr. Pascal Bauer mit seinem Vortrag „Mit Daten und KI besser entscheiden und Prozesse automatisieren – Was Unternehmen vom Profisport lernen können“. Anhand von Beispielen aus seiner Arbeit mit dem DFB und internationalen Profifußball-Ligen zeigte er, dass die Verfügbarkeit von Daten heute kaum noch der entscheidende Engpass ist. Viel wichtiger ist die Frage, wie aus diesen Daten fundierte Entscheidungsgrundlagen und automatisierte Prozesse entstehen, die tatsächlich einen Wettbewerbsvorteil schaffen. Sein Appell an Unternehmen jenseits des Sports lautet, Data Literacy in der eigenen Organisation aufzubauen, damit das vorhandene Potenzial überhaupt genutzt werden kann. Ein Vortrag, dessen Gedanken auch nach dem Ende der Veranstaltung noch nachwirkten.
Was die Teilnehmer sagen
Die Rückmeldungen aus dem Teilnehmerkreis waren durchweg positiv. Aus den vier Vorträgen nahmen die Gäste ganz unterschiedliche Impulse mit – sei es für die eigene Transformation, für die praktische Anwendung von REFA-Methoden im Arbeitsalltag oder für einen neuen Blick auf Krisen, Daten und die darin liegenden Chancen. Genau für solche Momente veranstalten wir Events wie dieses: wenn Vorträge nicht nur gehört werden, sondern Gedanken anstoßen, die über den Veranstaltungstag hinaus wirken.
Fazit
Zwei Tage, vier hochkarätige Vorträge, ein spannendes Tischkicker-Turnier und unzählige gute Gespräche: Die Feier zu 100+2 Jahren REFA Fachverband und 75 Jahren REFA Branchenorganisation Stahl war rundum gelungen. Wir freuen uns schon auf die nächste Gelegenheit, gemeinsam Know-how zu erleben, neue Impulse mitzunehmen und unser Netzwerk weiter zu stärken.

