REFA Nordwest e.V.
HOME

Das Fischgräten-Diagramm macht Entrümpeln leicht!

Entrümpeln – wer hat dazu schon Lust? Nehmen wir mal den Keller. Da wird alles abgelagert, bis die Stapel an die Decke gehen. Irgendwann kommt dann eine Ansage an die ganze WG: Alle sollen mit anpacken, damit wieder Platz ist. (Bild: © Ingo Bartussek / Fotolia)

Vier Leute stürmen in den Keller. Denn als Belohnung soll später der Grill angeschmissen werden. Doch dann bricht das Chaos aus. Zwei schleppen einen schweren Schrank nach draußen. Doch es kommt zum Zusammenstoß im engen Flur. Denn eine andere Mitbewohnerin bringt gerade ein altes Bobby-Car und ein Dreirad die Treppe hoch.

Das so genannte Fischgräten-Diagramm hilft, die Gründe für solche Fehler aufzudecken. Andere Namen sind „Ishikawa-Digramm“ oder auch „Ursache-Wirkungs-Diagramm“. Es wird auch in der REFA-Lehre beschrieben und sieht so aus:

Bild: © Marzky Ragsac Jr. / Fotolia

Das Diagramm hat seinen Namen durch seine Form, die an ein Fisch-Skelett erinnert. Das Prinzip ist einfach: Der Fischkopf rechts ist das Problem. In diesem Fall müsste es mit „Chaos beim Entrümpeln“ benannt werden. An die Gräten kommen Bezeichnungen für mögliche Ursachen. Sehr verbreitet sind „Mensch“, „Maschine“, „Material“, „Methode“ und „Management“. Je nach Ausgangssituation können die Gräten auch anders benannt werden. Für die Keller-Entrümpelung nehmen wir mal

  • Mensch
  • Werkzeug (statt Maschine)
  • Ausrüstung (statt Material)
  • Methode
  • Abstimmung (statt Management)

Fehlerursache Mensch

Bei unseren vier WG-Bewohnern können Probleme dadurch auftreten, dass keiner genau weiß, wie man eine Entrümpelung durchführt. Jeder macht, was ihm gerade in den Sinn kommt. Und bei einem schlägt die Unlust so stark durch, dass er sich kaum bewegt. Und die anderen schuften sich kaputt. In einer Firma wären die mit „Mensch“ verknüpften Ursachen dann eine falsche bzw. fehlende Unterweisung oder fehlende Motivation.

Falsches oder kein Werkzeug ist schweißtreibend

Wuchten Leute schwitzend mit den Händen sperrigen Gegenstände eine enge Treppe hoch, fehlt das passende Werkzeug. Eine Sackkarre würde wertvolle Dienste leisten. Dadurch fällt das Entrümpeln leichter. Und es wäre auch nicht so gefährlich. Auf ein Produktions-Unternehmen übertragen: Ist der Ausschuss immer sehr hoch, kann das an die Maschinen liegen. Nämlich dann, wenn diese ungeeignet, falsch eingestellt oder zu alt sind.

Eine schlechte Ausrüstung ist ungünstig beim Entrümpeln

Tragen die vier WG-Bewohner keine Handschuhe oder stapfen sie leicht bekleidet mit Schlappen in den Keller, steigt das Verletzungsrisiko. Geht es um schwere körperliche Tätigkeiten, ist die richtige Arbeitskleidung enorm wichtig. Und nun die Übertragung auf eine Firma: Gehen bestimmte Teile immer wieder kaputt, liegt es vielleicht am Material.

Entrümpeln ohne Methode – das Durcheinander folgt

Vielleicht gibt es Vorgehensweisen, mit denen sich unsere vier Freunde das Entrümpeln leichter machen. Ein Beispiel wäre eine Menschenkette, so dass jeder nur einen kurzen Weg überwinden müsste. Oder eine Aufteilung nach Räumen. Oder nach der Muskelkraft der Beteiligten. In Unternehmen geht es dann vielleicht um die Herstellungsmethode. Statt etwas zusammenzunageln, kann es vielleicht auch geklebt werden.

Wenn die Abstimmung fehlt ...

 Die vier Freunde sollten ihre Aktivitäten unbedingt abstimmen. Dann gibt es keine Zusammenstöße. Eine bessere Kommunikation ist also die Lösung. Hapert es in einer Firma am Management, weiß auch keiner, was zu tun und zu lassen ist. Und gegrillt wird schon gar nicht. (Birgit Lutzer)

 

Servicetelefon:

0800 12345 7332

Der Anruf aus dem Festnetz ist für Sie kostenfrei.