REFA Nordwest e.V.
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Ablaufprinzipien – gibt es die auch im Haushalt?

Ablaufprinzipien sind ein Element aus der REFA-Lehre. Es gibt sieben – und viele Mischformen. Sie tauchen auch in jedem stinknormalen Haushalt auf. Das schauen wir uns mal genauer an. ( Bild: ©  artursfoto  / Fotolia )

Ablaufprinzipien – die Werkbankorganisation

Bei der Werkbankorganisation finden alle Arbeiten an einer Stelle oder mit einem System statt. Das Bügelbrett ist eine perfekte Werkbank. Da wird alles gebügelt – von Mutters Geschäftsblusen über Vaters Markenjeans bis hin zu allem, was sonst so geglättet und geplättet werden muss.

Ab nach draußen – die Baustellenorganisation

Zu einer Baustelle fahren die Mitarbeiter hin und erledigen ihren Job. Dann ist Feierabend oder es warten andere Projekte in der Firma. Eine private Baustelle könnte der Bürgersteig sein. Wenn Schnee fällt, muss geräumt werden. Sonst rutscht noch jemand aus. Und das kann teuer werden, wenn es eine Klage gibt.

Werkstattorganisation – wenn in der Küche Essen geschraubt wird

In einer Werkstatt wird alles komplett hergestellt. Nehmen wir mal das Bereiten von Essen. Das findet in der Küche statt. Möhren schrappen, Kartoffeln schälen, eine Suppe kochen – auch Fünfgänge-Weihnachtsmenüs werden hier gezaubert.

Ablaufprinzipien – die Sternorganisation

Bei dieser Form gibt es ein Zentrum. Um das herum sind alle Arbeitseinheiten gruppiert. Stellen wir uns vor, der Keller sei ein solches Zentrum. Dort lagern Vorräte. Pilskisten, ein paar Flaschen Wein, Tiefkühlkost – und natürlich über den Winter die Dahlien aus dem Garten. Sie befinden sich mit Sand bedeckt in Eimern. Wenn’s jetzt schnell etwas auf die Gabel geben soll, geht eine Person in den Keller und holt eine Tiefkühl-Pizza nach oben. Und zum Feierabend lockt ein Pils. Oder zwei. Wieder muss jemand in den Keller, um die zu organisieren. Und im Frühjahr wird es mühsam. Dann heißt es, Sandeimer aus dem Keller nach draußen zu schleppen.

Funktioniert auch beim Basteln: Reihen- oder Fließbandorganisation

Bei dieser Organisationsform hat jeder seine feste Aufgabe. Und die bleibt immer gleich. Zusammengesetzt, ergeben alle Einzelbausteine ein fertiges Produkt. So wie bei der Weihnachtsbastelei mit Kindern. Mutti malt bestimmte Formen auf Papier und reicht den Bogen weiter an den kleinen Hans. Der schneidet die Umrisse aus. Die Papierformen erhält dann der große Bruder Erich. Er faltet daraus kleine Papier-Engelchen zusammen. Dann schiebt er seine Werke weiter an Schwesterchen Emma. Die bemalt die Engelchen. Süß! Opa wird sich freuen. Und Tante Ute sicher auch.

Insel-/Gruppenorganisation als Weihnachtsmarkt-Vorbereitung

Bei dieser Organisationsform werden ähnliche Einzelbestandteile eines Gesamtangebots komplett an einer Stelle („Insel“) gefertigt. Alle dafür nötigen Tätigkeiten sind zusammengefasst. Übertragen auf den Haushalt, könnten wir ein Beispiel konstruieren. Eine Familie möchte sich mit verschiedenen Produkten am Weihnachtsmarkt-Stand der Schule beteiligen. Der Vater backt mit einem Teil der Kinder Plätzchen in der Küche und verpackt diese in durchsichtige Sterndekor-Tüten. Und Mutter beaufsichtigt die restlichen Kinder plus deren Freunde Laubsägearbeiten in der Garagen-Werkstatt.

Einer macht alles bei der One-Piece-Flow-Organisation

Hierbei stellt ein Mitarbeiter ein Gesamtprodukt her. Alle Einzeltätigkeiten gehören dazu. Er begleitet das Endprodukt von Anfang bis Ende. Nehmen wir mal an, jemand baut ein Gartenhäuschen. Er organsiert sich den Bausatz, legt ein Fundament und setzt alles zusammen. Das hört sich einfach an, ist aber für Laien eine Herausforderung. Da kann das Häuschen auch schon mal schief werden.

Je nachdem, was hergestellt wird oder was das Ziel der Firma ist, muss das richtige Ablaufprinzip festgelegt werden. Und das gilt auch für den Haushalt. (Birgit Lutzer)

 

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