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Kompetenzen 4.0 - es ist mehr als Fachwissen gefragt

Was sind Kompetenzen 4.0? Wer in der digitalisieren Arbeitswelt bestehen will, muss mehr beherrschen als sein Smartphone.  Auch Führungskräfte setzen manchmal auf die falschen Leute, wenn sie nur auf technisches Fachwissen achten. Was passieren muss, damit beide Seiten zufrieden sind, darüber diskutieren Lars Pielemeier vom REFA-Nordwest-Regionalverband OWL (links) und Soziologe Dr. Ulf Ortmann (rechts).

Kompetenzen 4.0 - Kommunikationsfähigkeit steht ganz vorne

Wirtschaftsrepräsentant und Wissenschaftler waren sich beim Gespräch an der Universität Bielefeld schnell einig: Häufig scheitern Firmen bei der Einführung neuer Technologien an mangelhafter Information und fehlender Kommunikation innerhalb der Belegschaft. Ulf Ortmann: „Ein Entwickler beispielsweise steckt einerseits tief in seiner Materie und setzt sich andererseits damit auseinander, was seine Anwendung für den Nutzer bedeutet. Die Frage ist dann, wie das Wissen und die Erfahrung der Anwender Eingang in den Entwicklungsprozess finden.“ Auch Lars Pielemeier bestätigt: „Dieselbe Erfahrung machen wir auch. Unsere Weiterbildungen zielen darauf, Menschen für den Wandel 4.0 fit zu machen. Sie müssen den Blick auf das Ganze haben.“ Ein REFA-Techniker für Industrial Engineering etwa befasse sich mit allen Schritten der Prozesskette im Unternehmen. Nur so könne er sich überlegen, wie Abläufe zu verbessern seien.

Jeder hat eine andere Perspektive auf 4.0 - auch innerhalb der Firma

Dass es dabei keineswegs nur um kalte Technik gehe, betont Ortmann. In einem wissenschaftlichen Projekt hat er die unterschiedlichen Perspektiven von Belegschaftsmitgliedern bei der Einführung einer 4.0-Technologie untersucht. Ortmann: „Stellen Sie sich vor: In einem Betrieb wird eine neue Produktionsstraße eingeführt. Die verschiedenen Gruppen im Betrieb – Geschäftsführung, Betriebsrat, Werker etc. – haben je eigene Perspektiven auf die Produktionsstraße .“ Ziel seiner Untersuchung sei gewesen, die zum Teil entgegengesetzten Interessen zu ermitteln. Ortmann: „Der Betriebsrat möchte Arbeitsplätze erhalten, der Werker wünscht sich eine abwechslungsreiche Tätigkeit und der Geschäftsführer blickt auf die Zahlen.“ Das Beleuchten von Fragestellungen aus verschiedenen Richtungen ist auch Teil der REFA-Lehre. Als Beispiel pickte sich Pielemeier das so genannte „Fischgräten-Diagramm“ heraus. „Mit diesem Schema kann man etwa bei der Einführung einer neuen 4.0-Technologie ermitteln, wo genau die Knackpunkte liegen – auf der menschlichen Seite, bei den technischen Gegebenheiten, bei der Information oder auch in der Umwelt.“

Kompetenzen 4.0 - Jobsuchende müssen diese oft noch entwickeln

 

Doch was bedeutet das für Stellensuchende oder Menschen, die sich in die digitale Berufswelt 4.0 einfinden möchten? Ortmann: „Die Leute müssen natürlich in der Lage und bereit sein, sich auf technische und sicher manchmal auch komplizierte Sachverhalte einzulassen. Gleichzeitig sollten sie kommunizieren können.“ Sein Gegenüber ergänzt: „Der Technik-Freak kommt nur dann auf Dauer klar,  wenn er Schnittstellen zu anderen Menschen hat. Ob er per Smartphone kommuniziert oder persönlich, bleibt ihm überlassen.“ (Birgit Lutzer)

 

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